Betreuungsweisungen

  • Die Betreuungsweisung ist eine ambulante, eingriffsintensive pädagogische Einzelfallhilfe für straffällig gewordene Jugendliche (14-einschließlich 17 zum Zeitpunkt der Tat) und Heranwachsende (18-einschließlich 20 zum Zeitpunkt der Tat). Sie wird ihnen als Erziehungsmaßnahme per Weisung vom Jugendgericht auferlegt. Die Jugendlichen erfahren durch die Maßnahme Begleitung in lebenspraktischen Bereichen mit dem Ziel der Erlangung von Eigenverantwortlichkeit.
  • Die Betreuungsweisung wird vom Jugendamt oder dem Jugendgericht eingeleitet und dauert je nach Anordnung 3-12 Monate.
  • Vor der Hauptverhandlung werden der tatsächliche Betreuungsbedarf sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit des Jugendlichen mit dem Betreuer von der Jugendgerichtshilfe abgeklärt.

Das Erstgespräch erfolgt möglichst zeitnah nach Rechtskraft des Urteils.

  • Der zuständige Jugendrichter sowie die Jugendgerichtshilfe werden im Verlauf und nach Abschluss über die Entwicklung und den  Ausgang der Betreuungsweisung schriftlich informiert.
  • Art und Inhalt der Weisung richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Betreuten.

Ziele der Hilfe sind:

  • Aufbau stabiler, positiver Kontakte
  • Aufarbeitung von belastenden Erfahrungen
  • Einwirkung auf die Lebensführung der Jugendlichen mit dem Ziel der Entwicklungsförderung
  • Erlernen von Eigenverantwortlichkeit
  • Entwicklung von Konfliktfähigkeit mittels konstruktiver Auseinandersetzung mit problematischen Verhaltensweisen
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Erkennen und Nutzen der individuellen Ressourcen
  • Entwicklung neuer Lebensperspektiven
  • Straffreies Leben